Lernplan erstellen, Wissen aktiv abrufen und Wiederholungen einplanen: Hier findest du konkrete Anleitungen und Beispiele für Ausbildung, Studium und berufliche Weiterbildung. Wähle den Beitrag, der zu deiner nächsten Lernaufgabe passt, und probiere einen Schritt mit deinen eigenen Unterlagen aus.

Spaced Repetition: Lernstoff sinnvoll wiederholen
Spaced Repetition anwenden: Lernstoff über mehrere Termine wiederholen und Abstände anpassen. Mit Beispiel für Fragen und Übungsaufgaben.
Ein Thema ist heute bearbeitet. Wann schaust du es wieder an? Wenn du Wiederholungen erst kurz vor der Prüfung einplanst, sammeln sich viele offene Themen auf einmal. Spaced Repetition bedeutet, Lernstoff über mehrere Termine hinweg wieder aufzugreifen.
Dafür brauchst du keine bestimmte App. Eine Themenliste mit Wiederholungsterminen kann für den Einstieg ausreichen. Wichtig ist, dass du beim Wiederholen überprüfst, was du selbst beantworten oder anwenden kannst.
Was ist Spaced Repetition?
Der Begriff bedeutet verteilte Wiederholung. Du bearbeitest ein Thema nicht nur in einer langen Sitzung, sondern kommst mit zeitlichem Abstand darauf zurück. Zwischen den Terminen lernst du andere Inhalte oder gehst deinem Alltag nach.
Die Abstände sind kein starres Gesetz. Sie hängen davon ab, wie sicher du den Stoff abrufen kannst, wie anspruchsvoll er ist und wann du ihn brauchst. Eine Frage, die du nicht beantworten kannst, sollte früher wieder auftauchen als eine sichere Grundlage.
Ein einfacher Wiederholungsplan als Ausgangspunkt
Du erarbeitest ein Thema am Montag. Am Dienstag beantwortest du einige Fragen dazu ohne Unterlagen. Am Freitag greifst du die offenen Fragen wieder auf und löst eine passende Aufgabe. In der folgenden Woche prüfst du das Thema erneut, zusammen mit einem anderen Kapitel.
Diese Termine sind ein Beispiel zum Ausprobieren, keine allgemeingültigen Idealabstände. Wenn dir die Antworten schwerfallen, verkürze den Abstand und kläre zuerst die Lücke. Wenn du sicher antwortest, kannst du den nächsten Termin weiter nach hinten legen.
So sieht eine Wiederholung konkret aus
Lege die Lösung zunächst weg. Beantworte eine Frage, erkläre einen Zusammenhang oder löse eine Aufgabe. Vergleiche erst danach mit deinen Unterlagen. Notiere, was richtig war, was fehlte und was du als Nächstes üben willst.
Das lässt sich mit Active Recall, dem aktiven Abrufen, verbinden. Wiederholung bedeutet dann nicht automatisch, das ganze Kapitel erneut durchzulesen. Du nutzt die Zeit für einen eigenen Antwortversuch und die anschliessende Korrektur.
Welche Inhalte eignen sich?
Begriffe: Erkläre eine Definition und ergänze ein eigenes Beispiel. Rechenverfahren: Löse eine neue Aufgabe und kontrolliere die einzelnen Schritte. Zusammenhänge: Beschreibe, warum etwas passiert und unter welchen Bedingungen es gilt. Fallaufgaben: Begründe eine Entscheidung anhand der Informationen im Fall.
Eine Karteikarte ist für einen einzelnen Begriff oft übersichtlich. Ein komplexer Fall braucht meist eine ausführlichere Aufgabe. Wähle das Format nach dem Lernziel, nicht nach dem Werkzeug.
Halte dein Wiederholungssystem klein
Notiere pro Thema vier Angaben: die Frage oder Aufgabe, den letzten Übungstermin, deinen aktuellen Lernstand und den nächsten Termin. Als Lernstand genügen zunächst «sicher», «teilweise» und «noch offen».
Beginne mit einem Kapitel oder fünf wichtigen Fragen. Wenn täglich zu viele Wiederholungen anstehen, prüfe die Auswahl. Fasse doppelte Karten zusammen, teile zu grosse Fragen auf und konzentriere dich auf die Lernziele. Eine umfangreiche Sammlung hilft wenig, wenn du sie nicht mehr bearbeitest.
So passen Wiederholungen in deinen Lernplan
Reserviere neben neuen Themen kleine Zeitfenster für bereits bearbeiteten Stoff. Prüfe wöchentlich, welche Lücken noch bestehen. Beim Erstellen deines Lernplans gehören Wiederholungen und Übungsaufgaben von Anfang an dazu.
Vor der Prüfung ergänzst du einzelne Fragen durch gemischte Aufgaben im tatsächlichen Prüfungsformat. Sichere Einzelbegriffe bedeuten noch nicht, dass du einen ganzen Fall unter Zeitvorgabe bearbeiten kannst.
Dein erster Versuch
Wähle heute fünf Fragen aus einem aktuellen Thema. Beantworte und kontrolliere sie. Lege für die offenen Fragen einen nächsten Termin fest und passe den Abstand nach deinem nächsten Antwortversuch an.
Mit Kursmaterialien weiterarbeiten
Verteilte Wiederholung gehört zu den Methoden im Modul «Aktiv lernen» des Selbstlernkurses «Lernen lernen». Zum Download gehören sechs Module, PDF- und Word-Vorlagen und ein Offline-Lerncockpit für den Computer. Du nutzt die Materialien selbstständig; ein automatischer Abgleich zwischen Geräten ist nicht enthalten.