Ratgeber: Lernen lernen

Lernplan erstellen, Wissen aktiv abrufen und Wiederholungen einplanen: Hier findest du konkrete Anleitungen und Beispiele für Ausbildung, Studium und berufliche Weiterbildung. Wähle den Beitrag, der zu deiner nächsten Lernaufgabe passt, und probiere einen Schritt mit deinen eigenen Unterlagen aus.

Lernen neben dem Beruf: Eine realistische Lernwoche planen

Lernen neben dem Beruf: Eine realistische Lernwoche planen

Lernen neben dem Beruf: machbare Zeitfenster, konkrete Wochenziele und kleine Lernaufgaben. Mit einem Beispiel für deine nächste Lernwoche.

Nach einem Arbeitstag bleibt nicht jeden Abend gleich viel Zeit und Energie zum Lernen. Wer eine Berufsprüfung, einen HF-Lehrgang oder eine Hochschulweiterbildung neben dem Beruf absolviert, braucht einen Plan, der die tatsächliche Woche berücksichtigt.

Hier geht es darum, den verfügbaren Lernraum sichtbar zu machen und konkrete Aufgaben darin unterzubringen. Die Beispielzeiten sind keine Vorgabe für deinen Lehrgang. Passe Umfang und Aufgaben an dessen Anforderungen an.

1. Plane mit deiner echten Woche

Trage zuerst Arbeitszeiten, Unterricht, Wege und feste private Verpflichtungen ein. Berücksichtige auch Mahlzeiten, Pausen und Erholung. Suche danach freie Zeitfenster, in denen du voraussichtlich lernen kannst.

Beobachte einige Tage lang, wann dir welche Aufgaben liegen. Vielleicht kannst du am frühen Abend kurze Fragen beantworten, brauchst für eine anspruchsvolle Fallaufgabe aber einen freien Vormittag. Plane nach dieser Erfahrung und prüfe sie regelmässig neu.

2. Wähle ein klares Wochenziel

«Diese Woche viel lernen» hilft dir bei der Auswahl kaum. Ein konkretes Ziel lautet etwa: «Ich bearbeite zwei Aufgaben zur Investitionsrechnung und kann erklären, weshalb ich das Verfahren gewählt habe.»

Wähle die wichtigsten Aufgaben anhand deiner Lernziele und Termine. Schätze nach einer ersten Aufgabe, wie viel Zeit du brauchst. Wenn der verfügbare Umfang nicht zu den Anforderungen passt, kläre frühzeitig, was du in deinem Kalender oder deiner Planung verändern kannst.

3. Ordne Aufgaben passenden Zeitfenstern zu

Für ein kurzes Fenster eignen sich zum Beispiel drei Fragen zu einem bereits bearbeiteten Thema oder die Korrektur eines einzelnen Fehlers. Für längere, ruhige Termine kannst du neue Zusammenhänge erarbeiten oder eine Fallaufgabe bearbeiten.

Formuliere den Start so genau, dass du nicht jedes Mal neu entscheiden musst: «Donnerstag nach dem Abendessen: Aufgabe 2 ohne Musterlösung lösen und anschliessend prüfen.» Lege die benötigten Unterlagen vorher bereit.

Eine mögliche Lernwoche

Dienstag, 25 Minuten: Einen Abschnitt erarbeiten und drei Fragen dazu notieren. Donnerstag, 25 Minuten: Die Fragen ohne Unterlagen beantworten und Fehler korrigieren. Samstag, 45 Minuten: Eine passende Übungsaufgabe lösen. Sonntag, 10 Minuten: Lernstand prüfen und die nächste Woche planen.

Diese Woche dient als kleines Planungsbeispiel. Für deinen tatsächlichen Stoff kann deutlich mehr Zeit nötig sein. Plane weitere Einheiten nach Bedarf und lass etwas Platz für Aufgaben, die länger dauern.

4. Plane einen kleinen Wiedereinstieg

Ein voller Tag kann deinen vorgesehenen Lerntermin verdrängen. Notiere dann, an welcher Stelle du beim nächsten Mal weiterarbeitest. Wenn ein kurzes Fenster möglich ist, kannst du eine einzelne Frage prüfen oder den ersten Schritt einer Aufgabe vorbereiten.

Das macht eine längere ausgefallene Einheit nicht automatisch wett. Es erleichtert dir aber den nächsten Einstieg. Bei anhaltender Müdigkeit ist Erholung Teil einer realistischen Planung. Packe den nächsten Abend nicht ungeprüft mit allen offenen Aufgaben voll.

5. Prüfe Fortschritt anhand von Aufgaben

Notiere nach einer Einheit: Was habe ich bearbeitet? Was kann ich ohne Hilfe? Wo brauche ich noch eine Erklärung? Eine abgehakte Lernzeit sagt weniger über deinen Lernstand aus als eine kontrollierte Antwort oder eine gelöste Aufgabe.

Für diesen Check kannst du aktives Abrufen mit eigenen Fragen nutzen. Bereits bearbeitete Themen bekommen über verteilte Wiederholungen neue Termine.

Dein Start für die kommende Woche

Wähle ein Wochenziel, zwei erreichbare Lerntermine und eine konkrete Aufgabe für den ersten Termin. Ergänze eine Wiederholung und einen kurzen Rückblick. Für die Planung bis zur Prüfung findest du hier eine Anleitung zum Erstellen eines Lernplans.

Mit einem strukturierten Ablauf weiterarbeiten

Der Selbstlernkurs «Lernen lernen» behandelt unter anderem Prioritäten, das Aufteilen grosser Aufgaben, Zeit- und Energieplanung sowie einen Wochenrückblick. Du erhältst sechs Module, PDF- und Word-Vorlagen und ein Offline-Lerncockpit für den Computer. Es ist ein selbstständig nutzbarer Download; persönliche Begleitung ist nicht enthalten.

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